IP Schutzklassen

Nach DIN ist die uns in der Handhabung von den technischen Geräten geläufige Bezeichnung IP die Abkürzung für International Protection. Im englischen Sprachraum wird diese Bezeichnung, sinngemäßer als hierzulande, als Ingress Protection (dt.: Eindringschutz) verwendet.

Wie wir wissen werden die meisten technischen Geräte in dem Produktionsalltag sehr häufig harten Umweltbedingungen ausgesetzt. Schädliche feste Fremdkörper wie Schmutz, Staub und Feuchtigkeit wie Wasser bzw. Nässe lassen sich kaum von den eingesetzten Geräten fernhalten. Für die Gewährleistung der zuverlässigen Funktion dieser Geräte über viele Jahre hinweg muss allerdings das Eindringen von diesen schädlichen Umwelteinflüssen in einem bestimmten Umfang verhindert werden können.

Mit IP-Schutzklassen wird nun festgelegt, in welchem Umfang ein technisches Gerät während seines Produktionseinsatzes welchen Umwelteinflüssen ausgesetzt werden kann. Das Ziel einer solchen Festlegung ist klar und eindeutig: 1). Es soll versucht werden, dass dem Gerät beim Einsatz nur die geringsten Beschädigungen von außen zugefügt werden 2). Es soll verhindert werden, dass das Gerät während des Einsatzes ein Sicherheitsrisiko für den Anwender darstellt.

Die Schutzartenspezifikation definiert sich durch eine zweistellige Zahl bzw. durch zwei Kennziffern in der Form IP XX. Die erste Kennziffer gibt Auskunft über den vorhandenen Schutz des Gerätes gegen Berührung und Eindringen von festen Fremdkörpern in das Gerät. Die zweite gibt Auskunft über den vorhandenen Schutz des Gerätes gegen Kontakt mit Feuchtigkeit. Im einzelnen bedeuten die Kennziffern:

Schutzgrade für Berührungs- und Fremdkörperschutz (1. Ziffer)

Ziffer
Schutz gegen Berührung
Schutz gegen Fremdkörper
0 kein Schutz kein Schutz
1 Schutz gegen großflächige Körperteile, Durchmesser 50 mm große Fremdkörper (Durchmesser ab 50 mm)
2 Fingerschutz (Durchmesser 12 mm) mittelgroße Fremdkörper (Durchmesser ab 12,5 mm, Länge bis 80 mm)
3 Werkzeuge und Drähte (Durchmesser ab 2,5 mm) kleine Fremdkörper (Durchmesser ab 2,5 mm)
4 Werkzeuge und Drähte (Durchmesser ab 1 mm) kornförmige Fremdkörper (Durchmesser ab 1 mm)
5(K) vollständiger Berührungsschutz Staubablagerung
6(K) vollständiger Berührungsschutz kein Staubeintritt

Schutzgrade Wasserschutz (2. Ziffer)

Ziffer
Schutz gegen Wasser
0 kein Schutz
1 Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser
2 Schutz gegen schräg (bis 15°) fallendes Tropfwasser
3 Schutz gegen Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4 Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
4k Schutz gegen allseitiges Spritzwasser unter erhöhtem Druck, gilt nur für Straßenfahrzeuge
5 Schutz gegen Strahlwasser
6 Schutz gegen starkes Strahlwasser (Überflutung)
6k Schutz gegen starkes Strahlwasser unter erhöhtem Druck (Überflutung), gilt nur für Straßenfahrzeuge
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen
9k Schutz gegen Wasser bei Hochdruck- /Dampfstrahlreinigung, gilt nur für Straßenfahrzeuge

Bei Messinstrumenten findet man am häufigsten die Spezifikation IP54. Ein konkretes Beispiel soll dies veranschaulichen: Ein Messschieber hat die Schutzklasse IP54. Das hat nun zu bedeuten, dass dieser Messschieber staubgeschützt und zugleich gegen allseitiges Spritzwasser (aber nicht gegen einen stetigen starken Wasserstrahl) geschützt ist. Ein Messschieber mit der Schutzklasse IP65 ist sowohl vollständig staubgeschützt und widersteht auch einem stetigen Wasserstrahl.